Richard Wagner

Eine kurze Biographie Richard Wagner

Richard Wagner war ein berühmter Komponist. Er wurde am 22. Mai 1813 in Leipzig als neuntes Kind des Polizeiaktuarius Carl Friedrich Wagner (1770-1813) und der Bäckerstochter Johanna Rosine Wagner geb. Pätz (1774-1848) geboren. Sechs Monate nach seiner Geburt, am 23. November 1813, starb der Vater an Typhus. Im August 1814 heiratete Wagners Mutter den jüdischen Schauspieler und Dichter Ludwig Geyer. Noch 1814 übersiedelte die Familie nach Dresden. Geyer starb, als Richard sechs Jahre alt war, danach wurde er von seiner Mutter alleine erzogen.

Im Jahr 1828 kehrte Wagner nach Leipzig zurück. Hier lernte er 1828/1830 an der Nikolaischule sowie an der Thomasschule. Ab 1831 studierte er an der Universität Leipzig Musik, außerdem nahm er Kompositions-Unterricht beim Thomaskantor Christian Theodor Weinlig, dem er auch sein erstes Werk (Klaviersonate in B-Dur) widmete. 1936 heiratete er die Schauspielerin Minna Planer.

Am 1. April 1837 wurde Wagner Musikdirektor in Königsberg. Der Theaterbetrieb brach allerdings kurz darauf wegen der Direktion zusammen. Wagner geriet in Schulden. Im Juni 1837 gelang es ihm, eine Dirigentenstelle in Riga zu erlangen, wo er vor seinen deutschen Gläubigern sicher war. 1839 verlor Wagner jedoch seine Stellung in Riga. Aus Furcht vor seinen Gläubigern überschritt er heimlich die russisch-ostpreußische Grenze und fuhr auf dem kleinen Segelschiff „Thetis“ nach London. Die stürmische Überfahrt brachte erste Inspirationen für den „Fliegenden Holländer“.

Wagner verbrachte die Jahre 1840 und 1841 unter ärmlichen wirtschaftlichen Bedingungen in Paris. 1843 wurde Wagner zum Königlich-Sächsischen Kapellmeister an der Dresdner Oper ernannt. Hier freundete er sich mit dem russischen Anarchisten Michail Bakunin, an. 1849 musste er als Revolutionär wegen der Teilnahme am Dresdner Maiaufstand im späteren Verlauf der Märzrevolution im Königreich Sachsen fliehen und wurde, wie auch sein Freund Gottfried Semper, von der Polizei steckbrieflich gesucht.

Wagners zweite Frau war Cosima Wagner, die Tochter von Franz Liszt. Mit ihr hatte er drei Kinder: Eva, Isolde und Siegfried. Sein persönliches Leben verlief turbulent und abenteuerlich. Er hat Schulden über Schulden angehäuft und sich den Gläubigern des Öfteren mittels Flucht entzogen.

König Ludwig II. von Bayern gehörte zu seinen Bewunderern, seitdem er zum ersten Mal Wagners Oper Lohengrin gehört hatte. Der König finanzierte jahrelang Wagners verschwenderischen Lebensstil und unterstützte den Bau des Festspielhauses in Bayreuth. 1872 wurde der Grundstein zum Festspielhaus in Bayreuth gelegt. 1874 zogen die Wagners in die „Villa Wahnfried“. Im August 1876 eröffnete schließlich das Festspielhaus mit der Premiere des „Ring der Nibelungen“. Dieses erste Bayreuther Festival war ein künstlerischer Erfolg, finanziell jedoch ein Desaster.

1882 beendete Wagner die Oper „Parsival“ an der er vier Jahre gearbeitet hatte und welche in einem zweiten Bayreuther Festival uraufgeführt wurde. In dem darauf folgenden Winter reiste Wagner nach Venedig und starb dort an den Folgen eines Herzinfarkts. Im Festspielhaus finden in jedem Sommer, Ende Juli bis Ende August, die weltberühmten Richard-Wagner-Festspiele unter der Leitung von Wolfgang Wagner statt.

Weitere Informationen zu Richard Wagner, insbesondere zu seinen Werken bekommt man z.B. unter Richard Wagner bei Wikipedia.

Ein kleinen Ausschnitt aus der Oper „die Meistersinger“, nämlich das Meistersingervorspiel kann man hier Play hören (mit freundlicher Genehmigung von David Siu, David Siu bei MidiWorld)

Richard Wagners Antisemitismus und unsere Schule

Richard Wagner hat eindeutig antisemitische Äußerungen von sich gegeben. Dies kann man zum Beispiel in seinem Essay „Das Judenthum in der Musik“, welcher 1850 in der Neuen Zeitschrift für Musik erschien, nachlesen. Siehe hierzu auch den Eintrag in Wikipedia. Es ist sehr umstritten ob dieser Antisemitismus auch Eingang in Richard Wagners musikalische Werke fand. Soweit uns bekannt, gibt es hierzu von ihm selbst keine Äußerungen. Er war auch jahrelang mit Juden befreundet.

Die Richard-Wagner-Schule lehnt die antisemitischen Positionen Richard Wagners ab. Wir sind eine Einrichtung öffentlichen Rechts und bekennen uns zum Grundgesetz, insbesondere also auch zum Artikel 3,3: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Nicht zuletzt wegen seiner antisemitischen Haltung ist Richard Wagner nach seinem Tode von den Nationalsozialisten als Symbolfigur benutzt worden. Sein Name ist also mit Intoleranz und auch einer besonders dunklen, menschenverachtenden Zeit der deutschen Geschichte verbunden. Sein Name steht jedoch auch für die Musik, die eine der schönsten und völkerverbindendsten Kulturleistungen der Menschheit darstellt. Richard Wagner ist der Namensgeber unserer Schule. Dies ist ein Name mit einem schwierigen Erbe. Es ist ein Name, der uns in besonderer Weise verpflichtet uns gegen menschenverachtende, intolerante Meinungen zu stellen. Die Musik soll uns dabei helfen.